Neun Genussradler und sechs Nichtmitglieder trafen sich am Bahnhof Rosbach, zu einer Tour ins nahegelegene Ilbenstadt. Nach einer Fahrt via Ober-Wöllstadt, Bruchenbrücken und Assenheim war der Funkturm außerhalb von Ilbenstadt das Ziel der Fahrt. Unter dem Funkturm befindet sich ein auf drei Etagen mit einer Gesamtgrundfläche von 1.200 qm erdversenkter Atombunker, der in der Zeit des Kalten Krieges erbaut wurde und erfreulicherweise niemals als Unterschlupf dienen musste.
Unter sehr fachkundiger Leitung eines Mitglieds des Bunker-Ilbenstadt e. V. wurde den staunenden Radlern erläutert, unter welchen Umständen bis zu 92 Personen völlig abgeschottet von der Außenwelt bei einem ABC -Angriff, d. h. ein Angriff mit atomaren, biologischen und chemischen Kampfmitteln, bis zu 30 Tage hätten überleben können. Zielgruppe waren nicht – wie vielfach in der Bevölkerung angenommen – „die Bonzen“. Nein, der Bunker sollte im Verteidigungsfall eine Kommandozentrale für den Zivil- und Katastrophenschutz darstellen. U. a. über (noch funktionsfähige) Fernschreiber vernetzt, sollten Lagebeurteilungen sowie Handlungsanweisungen kommuniziert und umgesetzt werden.
Die Bunkeranlage verfügte neben Sanitär- und Schlafräumen über eine eigene Wasser- und Stromversorgung, einen eigenen medizinischen Bereich sowie Dekontaminationsschleusen und eine Küche mit großen Vorräten an haltbaren Lebensmitteln. Ein dieselbetriebenes Aggregat sorgte für Atemluft, der benötigte Sprit hierzu reicht für die bereits oben erwähnten 30 Tage.
Sichtlich beindruckt und mit ordentlichem Gruselfaktor versehen, trat die Gruppe nach circa 100-minütiger Führung den weiteren Weg nach Nieder-Wöllstadt an, um sich im empfehlenswerten Restaurant „Avanti“ zu stärken und das Erlebte Revue passieren zu lassen, bevor es wieder nach Rodheim bzw. Rosbach zurückging.

