400 km, Frankreich und jede Menge Wetter

Andreas Erlebnisse beim Brevet FFF

Manchmal braucht es für einen guten Radtag gar nicht so viel: 400 Kilometer, ein paar nette Mitfahrer, Pasta vor dem Start und die Bereitschaft, sich auch mal nachts durch den Regen waschen zu lassen. Genau so lief mein 400er Brevet unter dem Motto FFF – Frankfurt, Frankreich, Frankfurt.

Gestartet wurde in Niederrad, natürlich nicht ohne vorher noch einmal die Speicher aufzufüllen – bei Pasta in der Unions-Gaststätte. Mit dabei waren Max und Timo vom The Gravel Club, beiden habe ich das Brevetfahren ein bisschen nähergebracht. Für Timo war es sogar das erste Brevet überhaupt – und damit gleich mal keine halbe Sache.

Die Strecke hatte einiges zu bieten: von Frankfurt über Groß-Umstadt, Weinheim, Landau über Speyer bis nach Climbach in Frankreich und später über Waldfischbach, Enkenbach-Alsenborn, Oppenheim wieder zurück nach Frankfurt. Also einmal schön raus, kurz nach Frankreich winken und wieder heim.

Ganz ohne Brevet-typische Spezialitäten ging es natürlich nicht: Bei der Durchquerung der Rheinebene haben wir uns nachts für ein paar Stunden einen kompletten Waschgang von oben abgeholt. Der Regen meinte es ernst, wir zum Glück auch. Dank guter Teamstimmung blieb die Laune stabil – auch wenn die Kleidung zwischenzeitlich eher Richtung „frisch eingeweicht“ ging.

Der Grenzübergang nach Frankreich war dann herrlich unspektakulär. So unspektakulär, dass wir ehrlich gesagt weder hin noch zurück wirklich gemerkt haben, wann wir die Grenze überquert hatten. Plötzlich war einfach Frankreich. Kann man auch mal so machen.

Dort wurde es dann kurz gemein: Vor den Bäckereien lag schon dieser fantastische Duft von frischem Gebäck in der Luft – nur waren wir leider viel zu früh, um direkt zuzuschlagen. Sehr schade für die Moral, aber gut fürs Durchhaltevermögen. Das Frühstück musste also warten und fand erst wieder in Deutschland statt.

Am Samstagmittag konnte sich das Wetter dann weiterhin nicht entscheiden, was es eigentlich werden wollte. Ein bisschen Regen, ein bisschen Sonne, ein bisschen bewölkt – also von allem etwas. Meteorologisch war das Ganze damit ungefähr so klar strukturiert wie eine Restekiste.

Die Strecke selbst war bis Enkenbach-Alsenborn richtig schön ruhig und angenehm zu fahren. Danach wurde es bis Nierstein leider deutlich verkehrsreicher, was nach so vielen entspannten Kilometern etwas schade war. Trotzdem bleibt unterm Strich ein richtig schönes Erlebnis – mit Anstiegen, die ich persönlich sogar ziemlich genießen konnte.

Und das Beste kommt wie immer zum Schluss: Mit diesem 400er ist meine Brevetserie für dieses Jahr komplett. Heißt offiziell: ich bin jetzt Superrandonneur. Klingt gut, fühlt sich gut an – und war jede Regenwolke wert.

Mehr Infos zu Brevets gibt es hier

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